Jury 2026

Die Fright Nights Jury 2026

Eure Filme verdienen eine Jury, die nicht nur mit scharfem Blick, sondern auch mit Leidenschaft und profundem Wissen urteilt. Für das Fright Nights Horrorfilmfestival 2026 haben wir ein Dreamteam aus Filmemachern, Wissenschaftlern, Künstlern und Genre-Enthusiasten zusammengestellt, Menschen, die Horror nicht nur lieben, sondern ihn leben, analysieren und neu erfinden.
Mit dabei: Andreas Marschall, der als Regisseur von Filmen wie „Tears of Kali“ und „German Angst“ das deutsche Genrekino mit düsterer Bildgewalt prägt. Frank Losch, Podcaster und Trash-Experte, der die Liebe zu 1980er- und 1990er-Filme mit seinem Podcast „Die Kultfilm-Kumpel“ zelebriert und diesen gemeinsam mit Kevin Kordts, Filmliebhaber, Nerd und Sammler, der das Genre mit analytischer Schärfe seziert, hostet. Marie Alice Wolfszahn, Regisseurin (u.a. Mother Superior) und Multimedia-Künstlerin, deren Arbeiten zwischen experimentellem Arthouse und unheimlicher Folklore oszillieren. Und Marie Krebs, Literatur- und Filmwissenschaftlerin, die Horror in Theorie und Praxis, von postkolonialen Zeitkonzepten bis zu den psychologischen Abgründen des Home Invasion-Subgenres, erforscht.
Von arthouse-düsteren Visionen bis zu trashigen Kultperlen, von literarischen Abgründen bis zu akademischen Tiefenbohrungen: Unsere Jury deckt das gesamte Spektrum des Genres ab. Ob experimentelle Kurzfilme, blutige Verstümmelungs-Szenen oder psychologische Meisterwerke. Hier wird jeder Beitrag mit Respekt, Neugier und dem nötigen Quäntchen schwarzem Humor bewertet. Eure Werke sind in besten Händen!

Andreas Marschall_2026

Andreas Marschall

Regisseur, Cutter & Drehbuchautor

Andreas Marschall (*14. Januar 1961 in Karlsruhe) ist Regisseur, Drehbuchautor und Cutter. Seine Karriere begann als Kunstmaler und Illustrator von Schallplattencovern (u.a. für „Obituary“, „Sodom“ und „Blind Guardian“). Seit den 1990er-Jahren dreht er Musikvideos, arbeitet als Cutter für TV („Küstenwache“) und Kino („Soweit die Füße tragen“, „Havana Darkness“, „Baphomet“) und inszenierte Imagefilme für Unternehmen wie die Kirch Gruppe. Als Schauspiellehrer war er an der Reduta Berlin, Cimdata und Filmarche Berlin tätig.
Für die Firma „Schmidtz Katze Filmkollektiv“ schrieb er die Drehbücher zu „Gutenberg – die schwarze Kunst“ und „Das kalte Herz“.
Sein Langfilmdebüt „Tears of Kali“ (2004) wurde als „schönster und intensivster deutscher Horrorfilm seit 20 Jahren“ (Sebastian Selig, Deadline) gefeiert und gewann zahlreiche Preise, darunter den Melies d’Argent als bester europäischer Film. Es folgten „Masks“ (2011), der unter die zehn besten Horrorfilme des Jahres gewählt wurde sowie unter anderem Publikumspreise in Paris und Mexiko sowie Auszeichnungen für Regie, Szenenbild und Schnitt gewann, und die Anthologie „German Angst“ (2015), für die er die Episode „Alraune“ inszenierte. 2019 steuerte er zum Anthologiefilm „Deathcember“ die #MeToo-inspirierte Episode „Pig“ bei.
Marschalls Filme verbinden deutschen Stummfilmexpressionismus mit wilden europäischen Genre-Exzessen und gesellschaftskritischen Untertönen. Sein jüngster Film, der experimentelle Arthouse-Thriller „Black.White.Red.“ (2022), entstand unter schwierigen Bedingungen in St. Petersburg und wurde 2024 als bester Spielfilm beim BUT Filmfestival Breda ausgezeichnet.

Marie Alice Wolfszahn

Filmregisseurin, Drehbuchautorin & Multimedia-Künstlerin

Marie Alice Wolfszahn hält einen Bachelor of Arts mit Auszeichnung in Film (Edinburgh College of Art, Internationale Filmschule Paris) und absolvierte eine Ausbildung in Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien. Als vielgereiste Künstlerin lebte sie in Berlin, Moskau und Prag, heute ist sie in ihrer Heimatstadt Wien ansässig.
Ihr Fokus liegt darauf, die Grauzone zwischen Realität und Fiktion zu erkunden, sowohl in ihrer Arbeit als auch im Leben. Ihre Interessen und Fähigkeiten sind grenzenlos vielfältig, da „das Dasein zu kurz ist, um sich in einer Schublade zu verstecken.“
Ihre künstlerische Arbeit widmet sich den vielschichtigen Dimensionen jenseits des Hier und Jetzt, zwischen Wahrheit und Mythos, zwischen Relativem und Absolutem. Themen wie Zeit(losigkeit), Utopie/Dystopie, Ideologie, Folklore und Glaube ziehen sich durch ihre dokumentarischen, experimentellen und narrativen Filme sowie ihre Licht- und Kunstinstallationen. Im kommerziellen Bereich arbeitet sie in Werbung, Mode, Events und Musikfestivals.
Ihr 360°-immersiver Dokumentarfilm „bridge to sovietopia“ feierte Premiere beim renommierten IDFA und lief 2020/2021 auf verschiedenen Festivals. Ihr Spielfilm-Regiedebüt „Mother Superior“ (2022) wurde mit Preisen für besten Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin und bestes Szenenbild ausgezeichnet. Aktuell arbeitet Marie Alice an der Adaption des historischen Romans „the book of eve“ von Meg Clothier und entwickelt gemeinsam mit Elise Salomon den Weihnachts-Folkhorrorfilm „THE MIDWINTER OATH“.

Die Kultfilm-Kumpel

Frank Losch

Videotheken-Veteran, Horror-Connaisseur & norddeutscher Popkultur-Junkie

Frank Losch, aufgewachsen im geteilten Berlin und seitdem tief im Norden verwurzelt, ist ein Kind der 1980er – geprägt von Mumien, Monstern und Mutationen. Während andere draußen spielten, lernte er früh: Ein guter Plot Twist darf so düster sein wie eine Berliner Hinterhofnacht, solange zwischendurch der Humor von „Die nackte Kanone“ durchblitzt.
Sein Taschengeld floss in Kinotickets, NWOBHM-Platten und Lego-Prioritäten, die bis heute gelten. „Freitag der 13.“ war für ihn nie ein Aberglaube, sondern eine Einladung zur gepflegten Horrorfilmgeschichte. Als stolzes Videokassetten-Kind der späten 1970er und 1980er ist er heute begeisterter Kinogänger mit einer Schwäche für klassische Gänsehaut: von den stilvollen Albträumen der Hammer Films bis zu Science-Fiction und Urban Fantasy. Stephen King (auch als Bachmann unterwegs) und Clive Barker hat er nicht gelesen, er hat sie inhaliert.
Als Co-Host der „Kultfilmkumpel“ teilt er seine Leidenschaft für obskure Filmgeschichte, nerdige Deep Dives und alles, was mit übernatürlichen Phänomenen zu tun hat. Nebenbei verliert er sich in der Makrofotografie, wo Detailverliebtheit kein Makel, sondern Programm ist. Kurz gesagt: Wenn es zu einem Thema Fakten, Anekdoten und obskure Hintergründe gibt, findet er sie und wenn dabei etwas Unheimliches auftaucht, sagt er bestimmt nicht nein.
Sein Motto? „Wo bitte geht’s nach Hollywood? Schnickschnack! Zum Fright Nights Festival natürlich.“

Kevin Kordts 2026
Die Kultfilm-Kumpel

Kevin Kordts

VHS-Romantiker, Genre-Forscher und leidenschaftlicher Chronist des amerikanischen Kinos

Kevin Kordts (*12. Mai 1988 in Hamburg) wuchs als waschechter Hamburger zwischen knisternden VHS-Kassetten, ausgeleierten Bandsalaten und dem heiligen Ritual des Zurückspulens auf. Sein cineastischer Herzschlag folgt bis heute dem 4:3-Takt der analogen Ära. Nach seinem High-School-Abschluss in den USA (Montana) und dem Abitur in Hamburg entdeckte er während seines Austauschjahres seine Leidenschaft für das amerikanische Kino, die sich von einem Funken zu einem ausgewachsenen Flächenbrand entwickelte. Geboren 1988, hat er die 1980er nie wirklich verlassen – weder ästhetisch noch musikalisch oder filmisch.
An der Universität Hamburg studierte er Germanistik und Amerikanistik (B.A.) sowie British and American Cultures: Texts and Media (M.A.). Seine Abschlussarbeiten widmete er unter anderem Coppolas „Apocalypse Now“ und dem Verfall der nuklearen Familie im amerikanischen Horrorfilm der 1980er. Ein Auslandssemester führte ihn an die Universidade Federal do Rio de Janeiro, wo er zum Festival-Dauerbesucher wurde. Später absolvierte er ein weiteres Studium der Sozialen Arbeit in Hamburg.
Als leidenschaftlicher Filmliebhaber, Nerd und Sammler gilt seine besondere Liebe dem amerikanischen Kino der 1980er, von Popkulturklassikern bis zu den düsteren Abgründen des Jahrzehnts. Seit 2020 ist er Herausgeber und Co-Host des „Kultfilm-Kumpel“-Podcasts, Deutschlands erstem Format, das sich ausschließlich dem Kino der 1980er widmet. 
Mit seinem Faible für Horror, Fantastik und das amerikanische Genrekino der 1980er bringt Kevin nicht nur unerschöpfliche Leidenschaft, sondern auch profundes Fachwissen mit. Ideal für seine Rolle als Juror beim Fright Nights Horrorfilmfestival.

Marie Krebs

Literatur- & Filmwissenschaftlerin

Marie Krebs ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien, wo sie zu Horror in seinen vielfältigen Erscheinungsformen forscht, von Film und Romanen bis zu Podcasts und Lyrik. Neben ihrer akademischen Arbeit ist sie regelmäßige Gesprächspartnerin im preisgekrönten Horrorforschungspodcast „Dr. Horror“ (u.a. mit einer Folge zu „Home Invasion Horror“, der sie seit „Us“, „The Collector“ und „Funny Games“ intensiv beschäftigt).
Aktuell arbeitet sie an ihrer Dissertation „Fearing Time, Timing Fear“, die sich mit (post)kolonialer Temporalität im nordamerikanischen Horror auseinandersetzt. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Zeitkonzepte das Genre prägen und was dies über Autor:innen und Publikum verrät: Zeit ist nicht nur Geld, sondern auch Macht.
Neben ihrer Promotion veröffentlicht Marie regelmäßig Essays und Fachartikel, zuletzt „On Home Invasions“ in der Zeitschrift Coils of the Serpent (2025). Als University Assistant (Predoc) in North American Studies und Administratorin des Projekts „Poetry off the Page“ verbindet sie akademische Expertise mit Leidenschaft für popkulturelle Phänomene.